Flugzeuge am Bauch
Es sollte „Flugzeuge im Bauch“ heißen, ja, klar. Was aber ebenso klar ist beim Projekt „Flugzeuge im Bauch“: Im Bauch kann auch am Bauch sein. Erklärung folgt.
Mein neuer Mann ist nicht langweilig, nicht spießig und seine Wohnung ist erstklassig eingerichtet. Was große Glücksgefühle bei mir auslöst, musste ich doch erst vor kurzem noch panisch aus einer anderen männlichen Wohnung flüchten. Dieser Mann nämlich hatte sein „flottes Jugendzimmer“ noch dabei. Und in Mobiliar, in dem der Gute vor geschätzten 20 Jahren seine picklige Teenie-Freundin entjungfert hat, möchte ich noch nicht mal zu einem Glas Mineralwasser eingeladen werden, geschweige denn… Nun.
Aber wie gesagt, beim neuen Mann läuft alles optimal. Ich möchte nicht den Eindruck einer oberflächlichen Mimose erwecken, aber geschmackvolle Bettwäsche, eine gut eingerichtete Küche und sauber und im Bestfall selbst angebrachte Wandregale beeindrucken mich eben doch. Einfach und alleine wahrscheinlich schon aus dem Grund, dass man, sollte man irgendwann den Gedanken an eine gemeinsame Wohnung wagen, nicht folgende Gespräche führen muss: „Du, Schatz, ich hab heute Dein Lieblingsessen gekocht. Und by the way – nicht böhöhöse sein – mir ist vorhin deine lilafarbene Schaufensterpuppe, an der Du seit 18 Jahren Deine Kleidung aufhängst und unter deren debilen Blicken wir seit 2 Jahren Sex haben müssen, umgefallen. Leider ist ihr hübscher blonder Kopf abgebrochen und wir können sie jetzt leider nicht mit in die neue geschmackvolle Wohnung nehmen.“
Um sich den Leidensweg der Diskussionen um Schaufensterpuppen, Opas alten Ohrensessel und rustikale Schrankwände zu ersparen, sucht man sich eben doch besser gleich einen Mann mit Geschmack. Oder mindestens einen, der keinen hat und deshalb schnell und unproblematisch zu bekehren ist.
Doch auch mit Männern, deren Stilvorlieben man eigentlich teilt, erlebt man echte Highlights. Mein neuer Mann hat sich in London bei einem totaaaaaal angesagten jungen Designer ein super T-Shirt gekauft. Es ist kobaldblau – alleine schon die Farbe macht Kopfschmerzen – und hat geschätzte 100.000 süße kleine Flugzeuge in einem hübschen Kartoffeldruck-Arrangement auf Brust und Bauch. Allerliebst. Für 3-Jährige ein echter Kracher, keine Frage. Ich hatte es schon in der Kategorie Schlaf-T-Shirts abgespeichert. Solche habe ich natürlich auch, aber ich trage sie – zumindest in der Phase erster Verliebtheit – nicht, wenn der neue Mann in meinem Bett liegt.
Aber nein, falsch gedacht, das Kartoffeldruck-T-Shirt, der neue Mann und ich gehen damit selbstbewusst aus. Er selbstbewusster als ich. Gut, denke ich mir: „Jetzt sei mal keine Spießerin.“ In der ersten Kneipe treffe ich einen alten Bekannten. "Hey, neuer Mann an deiner Seite?" Zwinker. "Wie alt ist er denn?" Zwinker. - Demonstrativer Blick auf die Kartoffeldruckflugzeuge - "19???"
Ich sage "32", blicke auch auf die Flugzeuge und denke "3".
Aber für einen 3-Jährigen kann er einiges wirklich gut. Ich muss schmunzeln und nehme ihn samt der Flugzeuge am und im Bauch gerne wieder mit nach Hause.
Mein neuer Mann ist nicht langweilig, nicht spießig und seine Wohnung ist erstklassig eingerichtet. Was große Glücksgefühle bei mir auslöst, musste ich doch erst vor kurzem noch panisch aus einer anderen männlichen Wohnung flüchten. Dieser Mann nämlich hatte sein „flottes Jugendzimmer“ noch dabei. Und in Mobiliar, in dem der Gute vor geschätzten 20 Jahren seine picklige Teenie-Freundin entjungfert hat, möchte ich noch nicht mal zu einem Glas Mineralwasser eingeladen werden, geschweige denn… Nun.
Aber wie gesagt, beim neuen Mann läuft alles optimal. Ich möchte nicht den Eindruck einer oberflächlichen Mimose erwecken, aber geschmackvolle Bettwäsche, eine gut eingerichtete Küche und sauber und im Bestfall selbst angebrachte Wandregale beeindrucken mich eben doch. Einfach und alleine wahrscheinlich schon aus dem Grund, dass man, sollte man irgendwann den Gedanken an eine gemeinsame Wohnung wagen, nicht folgende Gespräche führen muss: „Du, Schatz, ich hab heute Dein Lieblingsessen gekocht. Und by the way – nicht böhöhöse sein – mir ist vorhin deine lilafarbene Schaufensterpuppe, an der Du seit 18 Jahren Deine Kleidung aufhängst und unter deren debilen Blicken wir seit 2 Jahren Sex haben müssen, umgefallen. Leider ist ihr hübscher blonder Kopf abgebrochen und wir können sie jetzt leider nicht mit in die neue geschmackvolle Wohnung nehmen.“
Um sich den Leidensweg der Diskussionen um Schaufensterpuppen, Opas alten Ohrensessel und rustikale Schrankwände zu ersparen, sucht man sich eben doch besser gleich einen Mann mit Geschmack. Oder mindestens einen, der keinen hat und deshalb schnell und unproblematisch zu bekehren ist.
Doch auch mit Männern, deren Stilvorlieben man eigentlich teilt, erlebt man echte Highlights. Mein neuer Mann hat sich in London bei einem totaaaaaal angesagten jungen Designer ein super T-Shirt gekauft. Es ist kobaldblau – alleine schon die Farbe macht Kopfschmerzen – und hat geschätzte 100.000 süße kleine Flugzeuge in einem hübschen Kartoffeldruck-Arrangement auf Brust und Bauch. Allerliebst. Für 3-Jährige ein echter Kracher, keine Frage. Ich hatte es schon in der Kategorie Schlaf-T-Shirts abgespeichert. Solche habe ich natürlich auch, aber ich trage sie – zumindest in der Phase erster Verliebtheit – nicht, wenn der neue Mann in meinem Bett liegt.
Aber nein, falsch gedacht, das Kartoffeldruck-T-Shirt, der neue Mann und ich gehen damit selbstbewusst aus. Er selbstbewusster als ich. Gut, denke ich mir: „Jetzt sei mal keine Spießerin.“ In der ersten Kneipe treffe ich einen alten Bekannten. "Hey, neuer Mann an deiner Seite?" Zwinker. "Wie alt ist er denn?" Zwinker. - Demonstrativer Blick auf die Kartoffeldruckflugzeuge - "19???"
Ich sage "32", blicke auch auf die Flugzeuge und denke "3".
Aber für einen 3-Jährigen kann er einiges wirklich gut. Ich muss schmunzeln und nehme ihn samt der Flugzeuge am und im Bauch gerne wieder mit nach Hause.
Zeitzeugin - 11. Okt, 18:06
Es gibt in neuen Beziehungen viele erste Male. Erster Flirt, erster Kuss, erster Sex, erster gemeinsamer Auftritt bei Freunden, erster Streit, erster Urlaub, aber nein, schon viel zu weit gedacht. Und vor allem schon vielfach beschrieben.
Ich dachte immer, ich mag asiatisches Essen. Hierzulande in Düsseldorf freue ich mich beispielsweise regelmäßig über die Nr. E67 von Prickynoo (für Nicht-Eingeweihte: ist eine knusprige Ente mit allerlei Drumherum und einer leckeren Kokos-Currysauce, also kein – wie man vermuten könnte- Pflanzengift). Dieses Gericht zieren auf der Düsseldorfer Speisekarte bereits 3 Chilischoten als Warnung für empfindliche deutsche Mägen. 3 Schoten sind hier schon Highscore. Ich würde mich als Schärfeweichei bezeichnen, muss immer gleich weinen. Für Mägen wie mich wurden diese lustigen Warnicons überhaupt erst eingeführt. Trotzdem esse ich bei knurrendem Magen auch die besagte 3-Schoten-E67er-Ente mit Genuss.
Gestern abend war ich im Kino und habe mir den hochgelobten Oli-Pocher-wird-jetzt-ein-ernstzunehmender-Schauspieler-Film „Vollidiot“ angesehen. Alleine schon die Tatsache, dass sogar die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die ja sonst zerreißt, was zu zerreißen ist, den Film im Allgemeinen sowie Herrn Pocher im Besonderen in höchsten Tönen lobte, zwang mich zur Bildung einer eigenen Meinung. Es stand geschrieben, dass dieser Film mehr über das Leben in Deutschland erzähle, als so manches Grimmepreis dotiertes Meisterwerk.
Einen wunderschönen guten Tag allerseits!